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Alles kacke!

Ihr lauft mit eurem Hund über die Wiese. Die Blumen duften, die Vögel zwitschern, hin und wieder torkelt eine dicke Hummel vorbei. Die Welt ist so schön, denkt ihr, blickt verliebt zu eurem herumtollenden Vierbeiner hinüber und plötzlich…

Ah! Ihr macht einen ungelenken Satz zur Seite, doch es ist zu spät. Vorbei ist das Duften der Blumen, denn der angenehme Geruch wird schlagartig von dem Gestank des Hundehaufens ersetzt, in den ihr tagträumend voll hineingetreten seid. Was für eine Sch****!


Das wird ein hier mal ein kurzer und ernster Beitrag, welcher an die Vernunft aller Hundebesitzer*innen appellieren will. Das Thema ist, wie die Überschrift schon nahelegt, der (liegengelassene) Hundekot. Ausschlaggebend für diesen Artikel war das Topthema "Ein Haufen Ärger" des Radiosenders SWR3 vom 19.04.2023. In diesem vierminütigen Beitrag wird unter anderem die französische Stadt Beziers vorgestellt, welche mit DNA-Tests und hohen Bußgeldern (von 120€ ist die Rede) gegen die Verschmutzung des öffentlichen Raums vorgehen will. Die kontrovers geführte Diskussion scheint bereits jetzt zu polarisieren, wie ein Bericht der ZEIT und des wdr beispielsweise belegen. Nichtsdestotrotz gibt es auch in Deutschland Bestrebungen für eine genetische Überprüfung und anschließende Ahndung von Hundehaufen-Liegenlasser*innen. Und ganz ehrlich - wenn es anders nicht geht…?!

Traurig, dass überhaupt zu solch aufwendigen Maßnahmen gegriffen werden muss. Auf der anderen Seite liegt in den letzten Jahren immer mehr Hundekot auf den Straßen, auf den Wiesen, auf den Felder, in den Parks… Selbst bei uns im Innenhof liegen so viele Haufen. Das ist nicht nur eklig, für alle, welche die Grasfläche zur Erholung oder als Abkürzung nutzen wollen. Hier findet immerhin Leben statt, hier spielen Kinder!

Und gleiches gilt für eigentlich alle (Grün-) Flächen. In Hundehaufen treten will doch schließlich keine*r, oder? Zumal mittlerweile auch Studien zeigen, dass der in der Hundekacke enthaltene Stickstoff und Phosphor die Biodiversität erheblich einschränken und Naturschutzgebiete schädigen können. Einen leicht verständlichen Artikel dazu hat National Geographic veröffentlich, die englische Originalstudie lohnt auch einen Blick. 

All dieser Aufregung, dem hohen Ekelfaktor, den Umweltschäden und den zusätzlichen Kosten, die mit dem städtischen Entfernen von Hundkacke verbunden ist, steht doch eigentlich nur die Faulheit des Hundehaltenden entgegen, oder gibt es noch einen anderen Grund, die Haufen nicht weg zu räumen? Mittlerweile gibt es auch so viele Angebote an Hundetüten und zugehörigen Mülleimern und für den Notfall kostet eine Großpackung Tüten beim Heimtierbedarf auch nicht die Welt (und das sage ich als dauerkontoüberzogene Studentin). Klar kann es immer mal passieren, dass man die Tüte einfach vergessen hat. Passiert. Darf aber halt nicht regelmäßig passieren. Und dann muss es doch machbar sein, Hundekotfreie Städte und Erholungsräume zu schaffen. Ohne DNA-Tests und exorbitante Strafen. Einfach, weil jede*r auf eine angenehme, vielseitige und schützenswerte Umgebung achtet. 

Insofern achtet bei der nächsten Gassirunde darauf, genug Tüten dabei zu haben, sammelt die Hundekacke ein und helft uns bei der Erhaltung des scheißefreien öffentlichen Raums. Das können wir Hundemenschen doch locker leisten!


P.S.: Und der Kotbeutel wandert dann natürlich in den nächsten Mülleimer und nicht ins Gebüsch. Sonst hat sich das mit dem Naturschutz auch erledigt. 

 

Dampfende Grüße, 

wir vier.

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